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Dawnwulf

Leader

  • »Dawnwulf« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 3 771

Charname: DARTH KRAYNE

Beruf: SITH LORD

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Freitag, 22. März 2013, 14:21

Exodus

EXODUS
Die Geschichte von Jen-Zar Ray



Kapitel 1

Corucant, Jedi Tempel, 2 Monate vor dem Angriff der Sith

„Die Verbindung zwischen Padawan Tara Rahz und mir ist gelöst, Meister.“ Jen-Zar sah seine Meisterin Mulon Hok und Meister Hootap Leh, aufrichtig an. Hootap Leh bemerkte, wie seine Schülerin leicht schluchzte und dann mit Tränen in den Augen, den beiden Jedi Meistern zunickte.
„Ich verstehe, dass dieser Schritt nicht leicht für Euch beide ist“, erwiderte Meisterin Hok, „aber ihr zwei seid aus freien Stücken zu uns gekommen und es besteht Hoffnung, dass ihr weiterhin den Weg der Jedi beschreiten könnt. Liebe führt zu dem Wunsch, etwas besitzen zu wollen und dies führt zu Abhängigkeit. Wir Jedi sind unabhängig von diesen Wünschen.“
Meister Leh führte nach einer kleinen Pause weiter aus. „In Absprache mit Meisterin Hok werden wir Eure Ausbildung fortsetzen. Wir werden jedoch darauf achten, dass ihr beide getrennt voneinander unterrichtet werdet. Erst wenn sichergestellt ist, dass ihr Eure Emotionen kontrollieren könnt, werdet ihr Euch wiedersehen.“
„Ja Meister.“ Beide Padawane verneigten sich. „Darf ich noch Padawan Rahz zum Shuttle begleiten, Meister?“ Jen-Zar Blick fiel auf seine Meisterin, die es mit einem knappen Nicken gestattete.
Auf dem Landefeld wartete das Shuttle abflugbereit. Tara und Jen-Zar hatten den Weg dahin geschwiegen. Jetzt sahen sie sich an, doch etwas hatte sich verändert; etwas, was beide für sich beschlossen hatten, etwas, was sie für immer prägen sollte.
„Es ist das Richtige!“, sagte Tara und Jen-Zar nickte „Ja ich weiß und ich teile die Entscheidung. Die Macht wird uns weiter leiten, aber was war es, was uns von dem Weg abbrachte?“ Er sah sie fragend an und Tara flüsterte zuversichtlich „Wir, Jen-Zar, wir waren es. Die Macht ist in uns und sie durchdringt uns, aber wir haben zugelassen, dass uns andere Dinge wichtiger waren. Wir waren selbstsüchtig.“ Ihr Lächeln sollte aufbauend wirken und innerlich dankte Jen-Zar ihr dafür, aber die einzige Reaktion zu der er im Moment fähig war, war einen Schritt zurückzutreten und zu gehen. „Ich wünsche Dir eine gute Reise, Padawan Tara Rahz. Möge die Macht mit Dir sein.“ Sagte er, als er sich abwandte.
„Möge die Macht auch mit Dir sein, Padawan Jen-Zar Ray.“ Sie wollte rufen, aber es wurde nur ein Flüstern.


Kapitel 2

Planet Gollek, Hauptstadt Templiton, Zentraler Gerichtssaal, 2 Jahre später

„Richtet sie, richtet sie alle hin. Die Frauen, die Kinder, die Greise einfach alle!“ Der Chefankläger der Ponderä, der herrschenden Kaste auf Gollek, spie seine Worte förmlich heraus. Eine Kleinstadt außerhalb des zentralen Machtbereichs der Ponderä hatte einen Aufstand verübt, als man den Bewohnern die Ernteerträge soweit kürzte, dass eine Neubestellung der Felder im nächsten Jahr nicht mehr möglich gewesen wäre. Der Zwischenfall wurde jedoch zum Anlass genommen, eine erneute Militäraktion, in den äußeren Gebieten durchzuführen um weiteren Aufständen vorzubeugen.
Jen-Zar und seine Meisterin standen abseits der johlenden Menge und beobachteten den Prozess.
„Meisterin, das können wir nicht zulassen. Die Leute haben doch nur versucht zu überleben. Wenn das Militär der Ponderä eine Vergeltungsaktion startet, werden Unschuldige sterben.“ Jen-Zar war angespannt.
„Ich weiß, dass hier Unrecht an Unschuldigen verübt wird, aber Gollek ist unabhängig. Die Jedi dürfen hier nur beobachten, wir können nicht für das Volk hier eintreten.“
Jen-Zar wollte noch etwas sagen, da sah ihn seine Meisterin an „Erinnere dich, du hast schon einmal eingegriffen, als die Jedi nicht einschreiten durften.“
„Ja, Meisterin“ erwiderte Jen-Zar „Ich rettete ein paar Kinder und danach wurden ihre Eltern getötet und die Jedi von dem Planeten verbannt“, erwiderte er leicht verbittert.
„Ja, solange ein Planet nicht zur Republik gehört, ist er unabhängig und wir dürfen nur beobachten.“
„Verzeiht meinen Zweifel, Meisterin.“
„Es gibt nicht zu verzeihen, Jen-Zar, wir müssen nur den Rat informieren, dass es auf Gollek keine Freiheit gibt und Gerechtigkeit ein Fremdwort ist. Auch wenn die Politiker von Gollek im Rat der Republik etwas anderes behaupten.“ Die Jedi-Meisterin schaute ernst und Beide verließen den Gerichtssaal, um sich auf den Rückweg nach Coruscant zu machen.

Wenige Wochen später erfuhr Jen-Zar, dass es einen Aufstand auf Gollek gegeben hatte. Ein Großteil der Bevölkerung rebellierte erfolgreich nach den Massakern der Armee. Die neue Regierung von Gollek hatte als erste Amtshandlung den Beitritt zur Republik beantragt. Jen-Zar stellte das Urteil seiner Meisterin danach nie wieder in Frage.


Kapitel 3

Planet Paragor, Hauptstadt Zabrez, kurz vor der Unterzeichnung des Vertrages von Coruscant

Der Planet Paragor hatte die Republik um Hilfe gerufen, nachdem bekannt wurde, dass Paragor ein Angriffsziel des Sith-Imperiums ist. Paragor war bisher eine Welt gewesen, die sich neutral zu der Republik verhalten hat. Eine religiöse Mehrheit des Planeten verabscheute eine Zusammenarbeit mit außerplanetarischen Kräften. Nachdem Paragor eine gesellschaftliche Entwicklung durchlaufen hatte, schwand jedoch der Einfluss der Priester und Paragor war auf dem Weg, eine demokratische Staatsform zu bilden. Da der Planet kaum Waffen und Soldaten besaß und nun in den Konflikt mit dem Sith Imperium gezogen wurde, war es der Wunsch der neuen Regierung, einen schnellen Beitritt in die Republik anzustreben.
Aufgrund der aktuellen Lage, hat die Republik, nach einer Sondersitzung sich durchgerungen, ein Bataillon Trooper auf den Weg nach Paragor zu schicken. Zusätzlich wurde Meisterin Hok und ihr Padawan Jen-Zar entsandt, um der Welt in der Stunde der Not beizustehen.
„Meisterin Hok, eine Freude Euch endlich empfangen zu können.“ Botschafter Ti’temp Fizscha kam mit offenen Armen auf die Jedi Meisterin und ihren Padwan Jen-Zar zu, um die beiden Jedi auf dem Landefeld zu begrüßen.
„Auch wir sind erfreut, Paragor rechtzeitig erreicht zu haben.“ Meisterin Mulon Hok verbeugte sich. „Darf ich Ihnen meinen Padawan, Jen-Zar, vorstellen und Colonel Ni’Sor, vom sechsunddreißigsten Sturmbataillon.“ Der Colonel grüßte kurz, „Botschafter, mit ihrer Erlaubnis würden wir sofort mit der Landung der Truppen beginnen!“
Etwas verlegen und unbeholfen stammelte der Botschafter, der gerade erst sein Amt angetreten hatte und vorher so gut wie keine politischen Erfahrungen sammeln konnte. „Selbstverständlich, alle unsere Stadtmilizen sind angewiesen, sich den Truppen der Republik anzuschließen. Paragor verfügt über keine ausgebildeten Streitkräfte. Wir …“ Er zögerte etwas, „… hatten bisher kein Bedarf an Soldaten.“
„Gut“, erwiderte der Colonel. „Wenn wir hier freie Hand haben, können meine Männer sich effektiver in Stellung bringen.“ Er drehte sich ab und brüllte seinen Leuten Anweisungen zu. „Seht zu, dass wir schnellstens alle Truppen von der Patron und der Tempest auf den Boden bekommen. Ich will keine Verzögerungen!“
„Ich denke, wir gehen hinein und lassen die Soldaten ihren Dienst machen.“ Mit einer einladenden Geste und einem unsicheren Lächeln bat der Botschafter die beiden Jedi, ihm zu folgen.


Kapitel 4

Planet Paragor, Hauptstadt Zabrez, Palast des Volkes

Botschafter Ti’temp Fizscha hatte die Jedi Meisterin und ihren Padawan durch die Räumlichkeiten des Palastes, dem zentralen Teil von Zabrez, geführt. Er erklärte den beiden, dass dieser Palast früher eine Kirche gewesen war. Seit dem Wechsel auf Paragor, in dem die religiösen Führer nun durch demokratisch gewählte Vertreter ersetzt wurden, hatte sich eine Menge verändert. Die Mehrheit der Bevölkerung akzeptierte und befürwortete die Veränderungen und Paragor war auf dem guten Weg, ein wertvolles Mitglied der Republik zu werden. Zusätzlich verfügte der Planet über ein extrem hohes Vorkommen an Bodenschätzen, dass bisher in keinster Weise irgendwie abgebaut oder gewonnen wurde. Die Religion, die auf Paragor bestanden und den Planeten seit Jahrhunderten geprägt hatte, betete den Planetenkern als Gott und als Schöpfer allen Lebens an, was der Grund dafür war, dass Bodenschätze nur in sehr geringem Maße abgebaut werden durften.
Nun war jedoch ein neues Zeitalter angebrochen und Botschafter Fizscha schwelgte in Zukunftsfantasien. Den beiden Jedi war jedoch bewusst, dass auch das Sith-Imperium diese Informationen hatte und darum auf den Weg hierher war. Vor allen bestand durch den politischen und kulturellen Wechsel eine gute Chance für das Imperium, eine neue Regierung nach ihren Vorstellungen an die Macht zu bekommen. Was ihnen erlauben würde, ohne große Truppenstärke, einen weiteren Planeten für sich beanspruchen zu können.
Die Führung des Botschafters endete in einem schlichten Konferenzzimmer, was außer einem Tisch und den dazu passenden Stühlen über keine weitere Einrichtung verfügte. Der Botschafter bot den Jedi gerade einen Platz an, als die große Tür aufgerissen wurde und ein Soldat hereinstürzte: „Meisterin Hok, es sind Kampfschiffe des Imperiums in das System gesprungen und auf den Weg hierher! Die Tempest geht auf Abfangkurs, damit wir noch weitere Truppen auf den Boden bekommen, aber …“
„Ich danke Ihnen, Soldat“, nickte die Jedi-Meisterin dem Soldaten zu und wandte sich an Botschafter. „Bereiten Sie ihre Leute darauf vor, dass sie sich umgehend kampfbereit machen sollen. Das Imperium wird schneller angreifen, als wir vermutet haben.“
„Auch ich werde Euch unterstützen, Meisterin Hok!“ Jen-Zar blieb angewurzelt stehen, als er die Stimme von Tara Rahz vernahm.


Kapitel 5

Planet Paragor, Hauptstadt Zabrez, Palast des Volkes, Konferrenzraum

Jen-Zar stockte der Atem, er fühlte sich für wenige Sekunden aufgewühlt, spürte aber nach einer kurzen Konzentrationsphase erneut den Gleichklang der Macht.
„Padawan Rahz, ich muss gestehen, dass ich überrascht bin Euch hier zu treffen?“ erwiderte Meisterin Hok.
„Ich bin mit meinem Schiff kurz nach Euch gelandet. Meister Leh hat mich geschickt. Er war der Ansicht, dass Ihr hier Hilfe benötigen könntet. Leider kann er euch nicht selbst unterstützen, da man ihn auf Coruscant benötigt.“
„Ich bin ihm sehr dankbar, dass er Euch zu unserer Unterstützung schickt!“
„Jen-Zar!“ Tara sah den jungen Padawan mit einem aufrichtigen Lächeln an.
„Ich freu mich auch, dich wiederzusehen“, antwortete Jen-Zar freundlich. Mit den Jahren hatte er gelernt, seine Gefühle zu beherrschen und er fühlte, dass seine Meisterin mit ihm zufrieden war. So wie es schien, war das Band, das die beiden verbunden hatte, für immer zerschnitten.
Völlig unerwartet wurde der Palast von einer Explosion erschüttert. Meisterin Hok sah zu ihrem Padawan: „So wie es aussieht, sind die ersten Streitkräfte des Imperiums schon eingetroffen! Jen-Zar, bring den Botschafter in sein Quartier und triff Tara und mich dann in der Kommandozentrale!“
„Ja Meisterin.“ Jen-Zar deutete dem Botschafter an, dass er ihm folgen sollte. „Mein Quartier ist am anderen Ende des Palastes, wir müssen am großen Auditorium vorbei“, japste der Botschafter, der versuchte, dem schnellen Schritt des Jedi zu folgen.
„Dann beeilen wir uns besser!“ Jen-Zar beschleunigte seine Schritte und sah sich besorgt um. Es klang als würden schon die ersten Truppen in die Stadt einfallen.


Kapitel 6
Planet Paragor, Hauptstadt Zabrez, Auditorium

„Das kann nicht sein, es sind schon imperiale Soldaten im Palast?“ Der Botschafter und Jen-Zar gingen hinter einer Säule in Deckung.
„Ja“, flüsterte Jen-Zar, „wie kann das sein. Unsere Truppen hatten bereits angefangen, Stellung zu beziehen. Das ist unmöglich. Die Imperialen hätten weit ab landen müssen, um ihre Truppen absetzen zu können.“
Der Botschafter runzelte die Stirn, schlich dann in gebückter Haltung zu einer Brüstung und beugte sich vorsichtig darüber. Mit einer Hand winkte er Jen-Zar heran und beide sahen hinunter.
Das Auditorium war eigentlich eine Kirche, in der früher Messen gehalten wurden. Erst seit kurzem war es eine Art Sitzungsaal. Es war rund und ging mehrere Etagen nach oben. In jeder Etage konnten sich Zuhörer versammeln und nach unten in den Saal schauen. Die große Besonderheit war dabei, dass der Bau so gestaltet war, dass die Stimmen, die unten in der Halle gesprochen wurden, so reflektiert wurden, dass sie ohne Echo und mit kaum einen Klangverlust, bis in die oberen Ränge des Auditorium getragen wurden.
„Da unten sind alle ehemaligen geistlichen Führer versammelt.“ Flüsterte der Botschafter Jen-Zar leise ins Ohr.
Jen-Zar nickte. Dutzende imperiale Soldaten hatten Stellung in der Halle bezogen, aber sie machten nicht den Eindruck, dass sie die Paragoner gefangen nehmen wollten.
Die Flügeltüren öffneten sich und eine Gruppe von in schwarze Kutten gehüllte Sith, an deren Spitze eine blonde Frau schritt, betraten den Saal. Die Sith nahmen Aufstellung und mit dem Klang von schweren Metallstiefeln betrat ein weiterer Sith den Saal. Er war von Kopf bis Fuß in einen schwarzen Kampfpanzer gehüllt, ein schwarzer Umhang lag auf seinen Schulter und sein schwarzes Haar war zu langen Rastazöpfen nach hinten gebunden. Majestätisch stellte sich der Lord vor die Sith, und der ehemals hohe Priester von Paragor ging zusammen mit allen anderen Führern vor ihm auf die Knie.
„Darth Krayne, wie ich sehe konntet ihr die Geheimwege, die wir Euch übermittelt haben, nutzen.“ Botschafter Fizscha ballte seine Hände zu Fäusten, als er die Worte des Priesters vernahm. Nun war der Grund klar, warum die Sith bereits im Palast waren. Paragor war verraten worden.
„Habt ihr, wonach ich verlangt habe?“ Die kalte Stimme des Sith, schallte durch den Saal.
„Ja mein Lord, die zentrale Datenbank wurde gelöscht und die Backupdateien befinden sich hier.“ Der Priester zeigte auf ein paar metallischen Kisten, die auf einem Schwebegleiter standen.
Als der Botschafter dies hörte sprang er auf. Ohne die zentralen Daten würde Paragor in den Ruin getrieben. Aller Besitz, aller Grund und Boden und alle finanziellen Mittel könnten nicht mehr zugeordnet werden. Das Imperium würde den Planeten mit dem Diebstahl in ein Chaos stürzen. In einem Anfall von Panik schrie er auf: „Nein! Das könnt ihr nicht machen!“ Und das waren die letzten Worte Ti’temp Fizscha´s. Es bedurfte nur einen Wink des Sith-Lords und einer seiner Soldaten legte an und schoss.
Jen-Zar wollte den Botschafter noch zur Seite reißen, aber der Schuss traf ihn direkt im Kopf. Der Padawan zog den toten Körper des Botschafters zu sich und sein Blick fiel nach unten, wo er den düsteren Blick Darth Krayne´s kreuzte.
„Bringt mir den Jedi!“ sprach er mit einem Lächeln und augenblicklich begannen die schwarzen Gestalten auszuströmen.
Jen-Zar zögerte keine Sekunde und spurtete los. Er musste unbedingt die Truppen und vor allen seine Meisterin warnen.
Er rannte so schnell er konnte über eine Außentreppe, und konnte sich schließlich in einem abgelegenen Kontrollraum des Palastes verstecken. Er spürte die dunkle Macht, die durch die Diener des Sith-Lords ausgestrahlt wurden, und ihm war bewusst, dass er alleine keine Chance gegen sie hatte.
Wie lange er dort blieb, konnte er nicht sagen. Als die dunklen Einflüsse verblassten, verließ er sein Versteck und nutzte die Macht um sich leiten zu lassen. Durch die tiefe Verbundenheit zu seiner Meisterin konnte er sie spüren und wusste in welche Richtung er laufen musste.
Nach einer gefühlten Stunde erreichte er das zentrale Energiezentrum von Zabrez, er spürte die Nähe seiner Meisterin nun ganz deutlich und auch Tara konnte er spüren, doch da war noch etwas anderes, etwas tödliches …


Kapitel 7

Planet Paragor, Hauptstadt Zabrez, Wärmekraftwerk

Die Lichtschwerter knallten mit lauten Zischen und Summen aufeinander. Zwei blaue Klingen und eine rote. Die beiden blauen Klingen wurden präzise und kalkuliert geschwungen, die rote Klinge jedoch drosch mit aller Härte und Brutalität zu. Ohne Ablass drängte sein Besitzer die Meisterin Hok und Padawan Tara Rahz vor sich her. Darth Krayne war zwar alleine, aber auf diesen Umstand nahm er keine Rücksicht, unbarmherzig schlug er auf seine Gegner ein.
Die Jedi und der Sith waren auf der zentralen Plattform im Kern des Energiezentrums. Unter ihnen brodelte die kochende Flüssigkeit, deren Hitze ganz Zabrez mit Wärme versorgte. Heiße Dämpfe stoben in die Höhe und machten das Atmen schwer. Die Plattform war mit mehreren freischwebenden Brücken, die nur an dessen Enden mit der Plattform und dem jeweiligen Zugang an der Außenseite befestigt waren, verbunden.
„Ihr werdet die Stadt niemals in die Knie zwingen, Darth Krayne“, sagte Meisterin Mulon Hok, die zusammen mit Tara unerbittlich gegen den Sith kämpfte.
Darth Krayne jedoch lachte, er unterbrach kurz seinen Angriff und ging zwei Schritte zurück. Tara wurde dadurch aus ihrem Angriff geholt und in diesem kleinen Zeitfenster durchtrennte der Sith ihren Schwertarm und ihr rechtes Bein. Die Padawan stürzte und schrie vor Schmerzen auf. Im gleichen Moment sprang Meisterin Hok zwischen die beiden und verteidigte die hilflose Tara.
Jen-Zar schrie auf, sprang von einer erhobenen Balustrade auf eine Zugangsbrücke und lief mit aktivierten Lichtschwert auf den Sith zu. Lord Krayne sah den Padawan nicht an, doch er hob seitlich den Arm. Jen-Zar wurde durch eine Machtwelle des Sith getroffen und von der Brücke geschleudert. Die Wucht des Machtangriffs war so stark, dass er sich gerade noch mit einer Hand am Brückenrand festkrallen konnte. Sein Lichtschwert war ihm aus der Hand gerissen worden und in den Fluten des Hitzebeckens verschwunden.
Meisterin Hok schrie ihrem Padawan etwas zu, aber durch das Getöse unter ihm, konnte er sie nicht verstehen.
Darth Krayne knurrte und drosch wieder auf die Jedi Meisterin ein. „Ihr werdet uns nie besiegen Lord Krayne“, sagte die Jedi-Meisterin, doch der Sith war von den Worten unberührt, er schlug weiter zu und drängte die Jedi zurück. Schlagartig drehte er sich ab, weil er aus dem Augenwinkel bemerkte, dass Jen-Zar sich auf die Brücke hochzog.
Meisterin Hok bemerkte eine Lücke in der Verteidigung des Sith, als er sich abwandte. Er bot ihr die Chance den Kampf zu beenden. Sie konnte siegen und dem Bösen endlich ein Ende setzen. Doch in der Sekunde, wo sie ihren Schlag ausführte, bemerkte sie ihren Fehler.
Es war nur eine weitere Finte des Sith: Krayne hatte sie dazu verleitet, sich ganz auf diesen einen Angriff zu konzentrieren, doch er bückte sich unter ihrem Schlag weg und umging damit ihre Verteidigung. Seinen nächste Attacke konnte er so tief ansetzten, dass sie seinen Hieb nicht mehr parieren konnte und die rote Klinge die Jedi-Meisterin, am Bauchansatz, in zwei Hälften teilte. Tara schrie auf und in dieser Sekunde zog sich Jen-Zar nach oben. Er war unbewaffnet, dennoch lief er los. Darth Krayne´s Aufmerksamkeit galt nun ganz ihm und wie ein Rammbock schritt der Sith dem Padawan entgegen.
Tara verfolgte die Szene. Sie lag zwischen den beiden und mit zitternden Lippen kam ihr ein Satz über die Lippen, den sie für sich geschworen hatte niemals auszusprechen: „Ich liebe dich!“ Sie griff ihr Lichtschwert und warf es mit letzter Kraft Jen-Zar zu. Krayne schritt an ihr vorbei und Tara´s Kopf rollte von ihren Schultern.
Es gibt keinen Tod, es gibt nur die Macht. Diese Worte waren in Jen-Zars Kopf. Würde er den Sith hassen, würde er sterben, würde er Tara lieben, würde er sterben. Aber beide Wünsche waren vorhanden und Darth Krayne sollte dies spüren.


Kapitel 8

Planet Paragor, Hauptstadt Zabrez, Zentrale Platform des Wärmekraftwerks


Krayne hielt sein Schwert nur in einer Hand und konnte ohne Mühen die Angriffen von Jen-Zar parieren. Er erniedrigte und spielte mit ihm. Er griff mal an und brachte Jen-Zar in Bedrängnis, dann wich er zurück und lies ihn auf sich einschlagen, ohne das er ansatzweise in Gefahr geriet.
„Ich spüre deinen Konflikt junger Padawan.“ Die Stimme des Sith war lockend. „Liebe ist ein starkes Gefühl, gerade wenn man sie unterdrücken muss. Die Jedi zwangen dich dazu, oder? Sie zwangen dich dazu, deine Gefühle zu verachten!“
„Nein!“ Jen-Zar brüllte auf.
„Nein? Dann hast du dich selber gezwungen! Welch eine Verschwendung. Du und das Mädchen, ihr hattet ein großes Potential … Und ihr hättet es besser nutzen können, mit dem richtigen Meister!“
„Niemals, ich werde niemals Euren Worten glauben!“ Jen-Zar kämpfte, er kämpfte tapfer, doch er spürte, dass er ein Spielball des Sith war.
„Wirklich? Und wenn ich dir sagen würde, dass ich sie verschont hätte, wenn du mich darum gebeten hättest. Wenn ich gewusst hätte, was Euch beide verbindet. Im Sith-Imperium wird Liebe nicht unterdrückt. Wir Sith leben unsere Gefühle aus! Stell dir vor, wie deine Zukunft ausgesehen hätte, deine Zukunft … Mit ihr!“ Die Worte trafen Jen-Zar schmerzlicher als die Schläge des Lichtschwerts. Krayne ließ dem Padawan keine Pause, der seine Konzentration nun komplett auf den Kampf richten musste. Lord Kraynes Worte drangen ungehindert in seinen Geist ein.
Jen-Zar wurde vom Sith auf die Brücke gedrängt, seine Kraft schwand und die Stimme mit ihren fordernden Versprechungen drohte, die Kontrolle zu übernehmen.
„Lauf Jen-Zar, lauf!“ Leise, nur ganz leise drang Taras Stimme an sein Ohr. Es war wie ein Flüstern, doch er konnte sie hören. Oder etwa nicht? Jen-Zar blickte auf den Sith und dann sah er schräg über sich auf einem höher gelegenen Versorgungssteg fünf Soldaten stehen. Einer der Männer rief ihm zu: „Lauf, Jedi, schnell!“
Jen-Zar sah, wie die Soldaten in Position gingen und anlegten, aber sie zielten nicht auf den Sith, sie zielten auf die Streben, die die Brücke hielten. Der Padawan verstand was sie vorhatten, er wirbelte herum und lief zum Ausgang. Darth Krayne jedoch ignorierte die Situation, seine Aufmerksamkeit galt nur seiner Beute. Er holte aus um sein Lichtschwert zu werfen, da schlugen die Salven der Soldaten am hinteren Teil der Brückenbefestigung ein. Die Metallstreben wurden nach einigen Schüssen durchtrennt und die Brücke kippte mit einem metallischen Kreischen zur Seite. Jen-Zar sprang die letzten Meter nach vorne und Tara´s Lichtschwert durchdrang die restlichen Verstrebungen. Der Sith Lord stürzte mit den Trümmern der Brücke, in die kochend-heiße Flüssigkeit.


Kapitel 9

Planet Paragor, Hauptstadt Zabrez, zentraler Truppen Aufmarschplatz der Republik

„Sir, wir konnten einen Jedi retten, die Anderen sind leider … gefallen“, klang die verzerrte Stimme des Soldaten durch das Helmsprechgerät. Jen-Zar wurde von ihnen gestützt und wirkte apathisch.
„Verstanden Sergeant, bringen sie den Jedi ins Hauptquartier. Dies verdammten Imperialen haben es geschafft unsere Absperrungen zu überwinden, ich weiß nicht, wer für den Scheiß verantwortlich ist, aber wir müssen hier erst mal den Dreck wegräumen“, war die Antwort des Befehlshabers. Jen-Zar wusste, wer sie verraten hatte, aber das spielte gerade für ihn keine Rolle mehr. Er war in einem tiefen Schacht und wenn er nach oben sah, gab es kein Licht, keine Hoffnung, nur Kälte und Schmerz.

In einem abgelegeneren Teil der Stadt, dort, wo die Kühlflüssigkeit des Wärmekraftwerks in ein Auffangbecken lief, hatte sich Lord Daithara mit einem Teil der Truppe versammelt. Am Ufer des Beckens, dass mehr einem See glich, lag eine dunkle Gestalt am Ufer.
Daithara sah zu ihren Männern, die an gepanzerten Fahrzeugen standen „Holt ihn da raus!“ Daithara´s Hand zeigte auf den Sith-Lord und zwei der Soldaten zogen ihn aus dem Morast.
Darth Krayne sah übel zugerichtet aus, sein Gesicht und seine Rüstung waren verbrannt, Panzerplatten waren abgelöst, sein Kopf war kahl und der Stoff hing zerfetzt herab.
„Holt eine Medikapsel und bringt Lord Krayne umgehend auf die Zepter!“ Lord Daithara sah emotionslos Krayne an. Ihr Lord lag schutzlos vor ihr, sie hätte ihn nur liegen lassen müssen und es wäre ein neuer Platz in den Reihen der Darth frei geworden, doch Daithara schien andere Pläne zu verfolgen.
„Lord Daithara!“ Ein Offizier löste sich aus der Gruppe und hielt ein Datenpad hoch. „Eine Meldung von der Zepter, wir haben neue Befehle!“ Im Laufschritt eilte der Soldat zu der Sith und überreichte ihr das Datenpad, während zwei Sanitäter den Körper des massigen Sith-Lords in eine Medi Kapsel wuchteten.
„Das kann nicht sein!“ Daithara´s Stimme war wütend. „Sind diese Befehle geprüft worden?“
„Ja mein Lord, mehrmals und sie wurden auf mehreren Frequenzen übermittelt! Das Oberkommando gibt der Kampfgruppe den sofortigen Befehl den Angriff auf Paragor einzustellen und zum Vaikan-Raumdock zurückzukehren! Moff Tirszon ist sehr ungehalten, mein Lord!“
„Nicht nur er!“ Daithara zerbrach das Datenpad wutentbrannt. „Sie haben ihre Befehle, ziehen sie die Truppen zurück!“


Kapitel 10
Tython, eine Waldlichtung, 55 km vom Jedi Tempel entfernt, 2 Jahre nach der Unterzeichnung des Vertrages von Coruscant

Jen-Zar war eins, er fühlte die Macht, sie war sehr stark auf Tython und sie beruhigte ihn. Er nahm sie auf und er fühlte, wie sie ein Teil von ihm war. Doch dann hörte er wieder die Stimme „Ich hätte sie am Leben gelassen …“ Und dann sah er sie alle vor sich, er sah Darth Krayne, sah wie er Tara tötete, und dann sah er wieder das Gesicht auf einer Holo Aufzeichnung. Er dachte, der Sith-Lord wäre tot, dass er seine gerechte Strafe für seine Verbrechen erhalten hat, aber dem war nicht so. Darth Krayne hatte überlebt! Sein Gesicht war an einer Seite vernarbt, sein Kopf war kahl und er trug eine Atemmaske, aber, und das war das wichtigste, er war nicht tot. Doch dieses Geschöpf der Dunkelheit sollte tot sein, es sollte vernichtet sein und niemand mehr sollte in der Lage sein, ihn wieder … in Versuchung zu führen.
Die Zeit war vergangen, aber sie heilte keine Wunden und sie ließ ihn einfach nicht vergessen. Jen-Zar hatte es abgelehnt, ein Jedi Ritter zu werden, er fühlte sich nicht einmal mehr als ein Padawan. Er fürchtete, dass es etwas in ihm schlummerte, etwas, das geweckt werden konnte und eine Gefahr für sich und andere war. Jen-Zar fürchtete, er hätte einen dunklen Kern und dieser Kern hätte die Sith angelockt, er selbst hätte den Tod angelockt und vor allem, er würde dies weiter tun.
Plötzlich hörte er ein Rascheln, jemand war da, tief in seiner Meditation bemerkte er ein anderes Wesen. Es war ihm nicht böse gesonnen, es war stark, sehr stark. Eine besondere Präsenz, die er nur sehr selten gespürt hatte, vielleicht mal, wenn er im Tempel war und sich gerade der Rat der Jedi versammelte. Jen-Zar öffnete die Augen und dann sah er ihn. Gehüllt in einen dunkelbraunen Umhang, sahen in zwei hellblaue Augen an. Das Gesicht des Mannes war sehr alt, doch seine Körperhaltung wirkte nicht so.
„Du bist also der Junge der sich in die Wälder begeben hat und den Mond anheult?“ Der alte Mann lächelte.
„Ich möchte alleine sein, Meister …“, war Jen-Zars knappe Antwort.
„Meister Truroll ist mein Name.“ Fast wie ein junger Mann, schwang sich der Jedi von dem umgefallenen Baumstamm, auf dem er im Schneidersitz gesessen hatte. „Und eins sage ich dir, alleine wirst du nun nicht mehr sein.“
Meister Truroll sah den jungen Mann freundlich und dennoch bestimmt an. „Es kann nicht sein, dass wir in diesen Tagen unseren Nachwuchs hier verschwenden. Du kannst auf den Feldern bei der Ernte helfen, irgendwelche Karren ziehen oder dich irgendwie anders nützlich machen.“
Jen-Zar sprang auf. Er wollte etwas erwidern, aber er konnte nicht. Er wollte reden, aber die richtigen Worte kamen ihm nicht über die Lippen.
Doch statt seiner sprach Meister Truroll „Ich habe deine Akte gelesen, mein Junge, ich kenne alle Details! Aber egal, wie sehr du glaubst, versagt zu haben, eins musst du wissen.“ Truroll machte eine Pause „Jedi sind nicht ohne Gefühle … Wir sind lebendige, fühlende Wesen. Die große Kunst ist es nur, im Einklang mit ihnen zu sein.“
Er legt dem jungen Mann die Hand auf die Schulter und Jen-Zars Augen füllten sich mit Tränen. „Sie sind tot, Meister! Tara ist tot, meine Meisterin ist tot und ich will den, der dafür verantwortlich ist, tot sehen!“
„Willst du das wirklich, mein Junge? Schau in dich hinein, ist dort wirklich Dunkelheit oder ist es Unwissenheit?“
Jen-Zar stockte und Truroll lächelte „Du willst den letzten Schritt nicht wagen, weil du Angst hast, die Dunkelheit wird dich verschlingen. Aber dieses Gefühl haben wir immer, wenn wir eine endgültige Entscheidung treffen!“
„Woher wollt ihr das wissen Meister?“
Meister Truroll lachte auf „Weil ich die große Ehre habe, immer die Sonderfälle zu bekommen. Sonderfälle so wie dich und glaub mir, du bist kein Einzelfall.“
Jen-Zar musste lächeln, die Nähe Meister Trurolls war tröstlich und sie gab ihm Kraft, aber vor allem hatte der Meister recht. Wenn Jen-Zar ehrlich war, wusste er nicht, ob er wirklich die Dunkelheit spürte oder ob es nur der Verlust war. Die Frage, ob er bereit war oder nicht, ob er stark genug war, die beherrschte ihn und das ließ ihn versagen.
„Komm mit mein Junge, wir haben noch viel vor“, rief ihm Meister Truroll zu. Jen-Zar folgte ihm.
„Auf zur Feldarbeit, meint Ihr, Meister?“
„Oh nein, mein Junge, da draußen braucht man unsere Hilfe und der Rat der Jedi wünscht, dass ich wieder in den aktiven Dienst trete. Aber glaub bloß nicht, dass ich mich ohne einen Padawan auf den Weg mache. Irgendwer muss ja schließlich meine Koffer tragen.“


Epilog

Tython, Jedi Tempel, 5 Jahre nach der Unterzeichnung des Vertrages von Coruscant

Ich danke Euch, Meister Truroll, ich danke Euch, Meisterin Hok, und auch dir, Tara, werde ich ewig verbunden sein. Die Weisheit, die ihr mir beigebracht habt, und auch die Liebe, die du für mich empfunden hast, Tara, haben mich geprägt. Heute wurde ich zum Ritter ernannt und nun bin ich ein Jedi. Wie die Macht werdet ihr mich immer begleiten. So wie ich dein Lichtschwert heute noch trage, Tara, werdet ihr immer an meiner Seite sein. Die Sith brachten uns die Dunkelheit, aber wie ein Stern in dunkler Nacht, so will auch ich die Finsternis durchbrechen.
EXODUS
"There is a purpose for everything in the galaxy ...
... and a way to destroy it."

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dawnwulf« (25. März 2013, 12:45)


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