You are not logged in.

  • Login

Dear visitor, welcome to SPHINX. If this is your first visit here, please read the Help. It explains in detail how this page works. To use all features of this page, you should consider registering. Please use the registration form, to register here or read more information about the registration process. If you are already registered, please login here.

Dawnwulf

Leader

  • "Dawnwulf" started this thread

Posts: 3,788

wcf.user.option.userOption51: DARTH KRAYNE

Occupation: SITH LORD

  • Send private message

1

Wednesday, May 29th 2013, 4:09pm

Requiem IV

REQUIEM IV
Die Schatten-Inquisition

für Elv und Thaxx

1.

Großkampfschiff “Gravesinger”, Dreadnaught der Harrower-Klasse, Teil der Kampfgruppe “Serpentine Beast”, aktuelle Position: Äußerer Rand - Ojoster-Sektor, Taris-System

Majestätisch, wie ein Rudel gigantischer Wale, schwebten die drei Dreadnaughts der Harrower-Klasse durch das All. Eskortiert wurden sie von sechs Zerstörern der Terminus-Klasse, die in Begleitformation um die Harrower verteilt waren. Die Schiffe dienten zur Unterstützung und zur Sicherung, der schweren Dreadnaughts und ihrer zwei Transportern der Gage-Klasse. Die Gage-Klasse waren der Terminus-Klasse äußerlich ähnlich, aber kleiner und verfügten über weniger Feuerkraft. Durch den Wegfall schwerer Laserbatterien waren sie in der Lage, große Mengen an Truppen und Ausrüstung zu transportieren, die für Bodeneinsätze unerlässlich waren. Der Schutz der Dreadnaughts und der Transporter war die primäre Aufgabe der Zerstörer. Unterstützt wurden sie dabei von zahllosen Jagdfliegern, die - wie kleine Insekten auf festgelegten Routen - Patrouillenflüge außer- und innerhalb des Verbandes durchführten.

Darth Krayne hatte seine Hände hinter dem Rücken verschränkt und stand auf der Brücke der Gravesinger. Das Zischen seiner Atemmaske vermischte sich mit den unterschiedlichen Geräuschen, die durch die zahllosen Computer, Schiffsleitsysteme und Holokartentische erzeugt wurden. Die Brückenbesatzung folgte einem regen Treiben, das von strukturierten Abläufen, streng gemäß der Tradition des imperialen Militärs, bestimmt war. Der Sith hingegen stand schon seit Stunden unbeweglich vor der Transparitglasscheibe des Schiffes und blickte in den von unendlich vielen Sternensystemen durchzogenen Weltraum.

“Mein Lord.” Der Captain der Gravesinger, Zamrik Raykot, trat an Darth Krayne heran. Er konnte auf eine fast vierzigjährige militärische Karriere zurückblicken, die mit der Ernennung zum Captain eines Harrower Dreadnaugts ihren bisherigen Höhepunkt erreicht hatte. “Die Norok und die Pendroll melden, dass das gesamte Sturmkrähen Battalion sich an Bord der Schiffe befindet und bereit ist, in die Schlacht zu ziehen!”. Der Captain vermied es nach der Meldung die Spannung aus seinen Körper zu nehmen, auch wenn der Angesprochene nicht sofort auf ihn reagierte. Der Sith hatte ihn vernommen. Nach einer gefühlten Ewigkeit nickte er dem Captain zu. Eine kurze Geste, die jedoch ausreichte, um die endgültigen Vorbereitungen zur Verlegung der Kampfgruppe, an eine der vielen Frontlinien des Imperiums, zu treffen.

Captain Raykot kehrte zu einem der vielen Holotische des Schiffes zurück und gab den Befehl an seinen ersten Offizier weiter, dem Oberkommando der imperialen Navy die Einsatzbereitschaft der Kampfgruppe zu melden. Doch die Freude des Captains, endlich wieder einen Kampfeinsatz leiten zu können, war nur von kurzer Dauer. Der Blick von 1st Lieutenant Jües Tombret, der kurze Zeit später die Antwort des Oberkommando erhalten hatte, war ausreichend für ihn zu wissen, dass der Inhalt des Datenpads, welches ihm übergeben wurde, zutiefst unerfreulich war.

Zamrik Raykot las den Inhalt zum dritten mal und es bestand kein Zweifel an den Befehlen des imperialen Oberkommandos. Dem Captain blieb nur die Aufgabe, seinem Sith Lord diese Befehle zu übermitteln. Während er noch einen inneren Kampf mit sich selber austrug, in dem er fieberhaft seine Wortwahl überdachte, schaute Lieutenant Tombret plötzlich schreckhaft an ihm vorbei. Der Klang der schweren Metallstiefel, die auf dem Deck der Gravesinger wiederhallten, erklärte die Reaktion seines Lieutenants.

“Sie haben die Befehle erhalten Captain!” erklang eine tiefe Stimme, die durch die Atemmaske einen metallischen Unterton erhielt. Darth Krayne hatte einen besonderen Bezug zum Militär, da er selber unzählige Male bei der Eroberung von Planeten in dutzenden Sternensystemen mit seinen Soldaten im Dreck gelegen hatte. Der Planet Ilum wäre beinah zu seinem Grab geworden, und nur weil eine handvoll Soldaten in einer Entscheidungsschlacht über sich hinausgewachsen war, hatte er überlebt. Dies war die Geburtsstunde von Darth Kraynes persönlicher Einheit, dem dreiunddreistigsten Sturmtruppen-Battalion, der Sturmkrähen-Legion. Das Militär war für ihn eines der wichtigsten Instrumente des Sith Imperiums auf seinem Eroberungszug gegen die Republik. Und nun spürte er, dass sich etwas in Bewegung befand. Etwas, das dem Captain des Schiffes Angst machte - Angst Meldung zu machen, Angst vor der Reaktion seines Lords.

“Mein Lord!” räusperte sich Raykot. Seine Rede, die er innerhalb nur weniger Minuten vorbereitet hatte, war verschwunden. Ihm blieb nichts weiter übrig, als die Nachricht ungeschönt zu übermitteln. “Wir haben vom Oberkommando den Befehl erhalten, die Kampfgruppe Serpentine Beast aufzulösen. Die Zepter und die Emperors Hand haben Befehl erhalten, unterschiedliche Systeme anzufliegen. Die Zerstörer und die Transportschiffe sollen zu gleichen Teilen auf die Harrower verteilt werden. Die Gravesinger, mein Lord...” Der Captain stockte, “...wurde Eurem Kommando unterstellt, der dunkle Rat sieht sie als Geschenk, für Eure Dienste im Kampf gegen die Republik!”

Stille herrschte auf der Brücke. Niemand, der die Worte des Captains vernommen hatten, wagte es sich zu bewegen oder auf andere Art und Weise aufzufallen. Der Sith Lord schwieg zunächst, die Sekunden wurden unerträglich. “Der dunkle Rat ehrt mich, indem er mich meiner Streitkräfte beraubt!” Captain Raykots Mundwinkel zuckten leicht, für ihn klangen Darth Kraynes Worte wie das Knurren eines Raubtiers, dass kurz vor einem Angriff stand.

Jedem Mitglied, der sich in der Nähe befindlichen Brückenbesatzung, ging durch den Kopf, zu welchen Reaktionen ein Sith Lord in der Lage ist, wenn man in verärgerte. Doch Krayne reagierte auf eine Weise, die kaum jemand erwartet hätte. “Wenn das der Wunsch des Rates ist, werde ich ihn erfüllen. Informieren sie die Captains der Hand und der Zepter. Veranlassen sie den Austausch der Soldaten. Ich will, dass das gesamte Sturmkrähen-Battalion auf die Gravesinger und auf zwei weitere Zerstörer verteilt wird, welche die Gravesinger weiterhin begleiten werden. Die bisher auf den Schiffen stationierten Truppen werden als Ausgleich auf die Transporter verlegt.”

“Ja mein Lord!” bestätigte Captain Raykot, doch neben ihm, vielleicht aufgrund seiner Jugend oder einer von ihm nicht kontrollierbaren Panikreaktion, beging sein erster Offizier eine Torheit. “Aber mein Lord, dass verstößt gegen einen direkten Befehl. Alle Zerstörer wurden abkommandiert und müssen...”. Der Satz wurde nicht beendet, der Kopf des Offiziers wurde herumgerissen, dass Rückgrat brach mit einem hässlichen Knacken und der Körper, wurde nur einen Bruchteil später, von der Macht des Sith Lords durch den Raum geschleudert. Darth Krayne senkte seinen Arm und wandte sich ab, beiläufig fügte er an: “Es scheint, dass Sie einen neuen ersten Offizier brauchen, Captain Raykot.”

“Ja, mein Lord.” Zamrik Raykot würde sich zu gegebener Zeit um einen Ersatz kümmern, in diesen Minuten war er nur froh, nicht selber mit verrenkten Gliedern auf dem Schiffsdeck zu liegen.


2.

Landefähre KJ-743, nach Hyperraumsprung von Korriban im Anflug auf die Gravesinger.

“Lord Daithara, wir haben von der Gravesinger Landeerlaubnis erhalten und werden das Schiff in wenigen Minuten erreichen.” Das Rauschen des Kommunikators schwang in der Stimme des Piloten mit, die aus dem Lautsprecher der Passagierkabine drang. Daithara antwortete nicht und lies den Piloten seine Arbeit erledigen, ihre Gedanken drehten sich um andere Dinge. Aus dem Fenster sah sie die Gravesinger, begleitet von zwei einzelnen Zerstörern. Das Schiff wirkte nackt ohne den Kampfverband, in dem es sonst unterwegs war. Die beiden ISF-Abfangjäger die ihr Shuttle begleitet hatten, drifteten kurze Zeit später zur Seite weg als das Shuttle in den Landeanflug überging.

Mehrere Soldaten der Sturmkrähen-Legion hatten zu beiden Seiten der Shuttlerampe Aufstellung genommen, als sich mit einem Zischen die Luke öffnete. Darth Daithara schritt durch die Fetzen der Rauchschwaden, die durch das öffnen der Shuttle-Ventile entstanden waren, die Rampe herunter. Am Ende der Soldatenreihe wartete bereits Captain Raykot auf sie. “Mein Lord, es ist mir eine Ehre.” Die Hacken seiner bis zum Hochglanz polierten Stiefel knallten zusammen und der Captain verneigte sich vor ihr. Daithara schenkte ihm zum Dank ein geschmeicheltes Lächeln, auch wenn sie ihn innerlich verachtete. Aber die Wesen, die für sie einen Nutzen hatten, brauchten eine gewisse Pflege und sei es nur, dass man ihnen die Etikette lies. ”Captain Raikot, ich freue mich über den Empfang. Leider bin ich in Eile... wo ist Lord Krayne?”

“Natürlich, mein Lord.” Raikot drückte seinen Rücken durch und machte der Sith Platz, um ihr in einem Schritt Abstand zu folgen. “Lord Krayne hat sich in seine privaten Gemächer zurückgezogen und erwartet Euch. Ich...” Daithara hob beiläufig die Hand, woraufhin Raikot sofort schwieg. “Vielen Dank Captain, gehen sie wieder auf Ihren Posten, ich kenne den Weg.” Raikot bestätigte ihren Befehl mit einem knappen Nicken und blieb zurück, bis die Sith den Hangar verlassen hatte.


3.

Private Räumlichkeiten von Darth Krayne, an Bord des Schlachtschiffs “Gravesinger”

Obwohl sie selbst den Titel Darth trug, kniete Lord Daithara vor ihrem Meister. “Ich hatte Dir nicht befohlen, hier her zu kommen.” In seiner Stimme klang keine Spur von Verärgerung mit, eher empfand es Daithara als Neugier. “Mein Lord, ihr wisst, dass ich keinen Befehl benötige, wenn es um Eure Sache geht.” Ohne seine Atemmaske, so war sie sich sicher, hätte sie ein knappes Schmunzeln erkennen können. "Ja, natürlich.” antwortete er knapp.

Darth Krayne bedeutete ihr sich zu erheben und ging zu einem Holotisch, der den ehemaligen imperialen Kampfverband “Serpentine Beast” zeigte. Auf einen Knopfdruck hin formierten sich die blau schimmernden Abbilder der Schiffe neu. Die beiden Harrower drehten von der Gravesinger ab und formierten sich neu. Es bildeten sich zwei kleinere Kampfverbände, die kurz nacheinander in den Hyperraum sprangen. Nur die Gravesinger blieb mit zwei einzelnen Zerstörern zurück.

“Dies ist das Geschenk des dunklen Rats an mich, meine Teure - die Kampfgruppe wurde aufgelöst. Die Zepter und die Hand verteidigen nun zwei unterschiedliche Systeme, die drohen unter die Kontrolle der Republik zu fallen.” Kraynes Augen glitten über die Holo-Silhouette seines Schlachtschiffs.

Daithara beobachtete ihn, seine Haltung, seine Bewegungen und vor allen seine Aura, die sich in den letzten Minuten deutlich stärker manifestierte. Sie sortierte die Fakten aus seinen Worten und zog ihre Schlüsse, aber solange er nicht konkret wurde, schwieg sie.

“Aber jeder Militärexperte weiß, dass meine Kampfgruppe stark genug war, jeden republikanischen Vormarsch in die betroffenen System aufzuhalten und auszumerzen. Auch wenn wir im zweiten System erst später eingefallen wären, hätten wir die Republik vernichtet. Nun wurden wir geschwächt und zwei Drittel meiner Streitkräfte wurden mir entrissen.” Das schwere Leder seines Handschuhs knirschte, als Krayne eine Faust ballte.

Daithara verbarg nicht ihre Verachtung, als sie ihr Schweigen brach. “Der Rat schwächt die Sith, die nicht seiner Sache dienen! Als nächstes werden Sie dieses Schiff in eine Schlacht schicken, die Ihr nicht gewinnen könnt?” Das war es also! Der Kampf innerhalb des Imperiums hatte nun auch den Machtbereich von Darth Krayne erreicht.

“Nein, dass wird nicht der Fall sein. Die Gravesinger untersteht nun meinem direkten Befehl, aber ich kann nicht mit ihr alleine einen Krieg gegen die Republik führen. Mein geplanter Vormarsch an die Frontlinie und der geplante Rückschlag gegen die Jedi wird ausbleiben. Ich muss die Bestie in ihrem Verlies lassen, statt sie zu entfesseln.”

“Also legen sie Euch an die Kette.” stellte Daithara fest. Damit würde auch sie an Macht verlieren.

“Ja, das Imperium verfault von innen heraus und sie zwingen mich, es mit anzusehen. Seitdem die Inquisition durch Malgus verraten wurde, hat niemand mehr im Imperium ein Wort über sie verloren. Lords erheben sich, nur um ihre Ränkespielchen auf Dromund Kaas zu führen, und auf Korriban verstecken sie sich in ihrer Akademie. Das Einzige was sie können, ist dort weitere gedankenlose Marionetten zu züchten, die sie für ihre Machenschaften einsetzen. Sie verleugnen den Imperator, stellen es nicht in Frage, dass die Republik offen behauptet er wäre tot. Unsere Streitkräfte ziehen sich zurück, obwohl auf vielen Planeten nun endlich offener Krieg herrscht. Wir sollen unsere Grenzen nicht schützen, sondern sie ausweiten. So stoßen sie das Imperium in den Abgrund.”

Daithara faltete ihre Hände und hörte zu. Innerlich war sie in Aufruhr, aber das durfte nicht nach außen dringen. Ihre wahre Macht bestand darin, aus der Zurückhaltung zuzuschlagen und dieses Talent war nun gefordert.

Krayne stütze sich mit seinen Händen auf der Konsole des Holotisches ab und senkte langsam den Kopf. “Wir werden keine offene Schlacht mehr führen können, solange der Imperator schweigt.” Daithara spürte jedoch keine Verzweifelung bei seinen Worten, nein, eher das Gegenteil. Darth Krayne hob den Kampf auf eine andere Ebene.

“Es ist an der Zeit meine Teure, dass ich mich Deines Potentials bediene.” Krayne richtete sich auf und sein intensiver Blick fixierte sie. “Es ist an der Zeit, dass Krieger schweigen und Hexen in den Krieg ziehen!”

Mehr Worte waren nicht nötig, damit sie begriff was er von ihr wollte. Sie löste sich aus ihrer Distanz und näherte sich ihm. Ihre Hand strich über das kalte Leder seines Handschuhs. Langsam wanderten ihre Finger den Arm hinauf zur Schulter und berührten sanft den Teil seiner Wange, der nicht durch die Atemmaske verdeckt wurde. “Krayos!” hauchte sie. Seinen Namen, seinen wirklichen Namen, den außer ihm nur Daithara kannte, und der ein Symbol seines alten Ichs war. Das Kind, das zusah wie seine eigene Familie ausgelöscht wurde. Das Kind, dass keine Gnade, keine Liebe, kein Mitgefühl empfinden wollte, nur um ein Sith zu werden. Sie sprach das Kind an und nicht den Lord der Sith, und in diesem einem Moment, für den Bruchteil eines Augenblicks, erlaubte er es ihr. “Ich werde niemals Euren Krieg führen können, mein Lord! Aber ich schwöre, ich werde Euch Verbündete schaffen. Wesen, die Euren Weg gehen und niemals zurückweichen werden. Wesen, die die Feinde des Imperiums finden und vernichten werden. Eine Schatten-Inquisition.” Sie machte eine kurze Pause und endete mit den Worten: “Ihr seit mein Gebieter, ich das Werkzeug.”

Darth Kraynes Körper spannte sich an, der Moment war verflogen. In seinen Augen funkelte ein Feuer, als Sie seine tiefe Stimme vernahm: “Du kennst Deine Aufgabe...Geh und erfülle sie.” Er wandte sich ab, ihre Hand glitt von seiner Schulter und ohne ein weiteres Wort verließ er den Raum.

Lange, sehr lange blieb Daithara alleine zurück. Ihre Gedanken, ihre Emotionen, die sie bis jetzt unter Kontrolle gehalten hatte, ließ sie frei. Sie wurden zu einem Blatt, dass in einen Fluss fällt und von der Strömung mitgerissen wird. Sie genoss mit all ihren Sinnen das Chaos was in ihrem Inneren entstand. Es war der Boden, der zurerst betroffen war. Seine glatte Oberfläche begann zu knistern und der Effekt breitete sich aus. Dann begannen elektrischen Leitungen vor Überlastung durchzubrennen, die Energie manifestierte sich nun auf dem Körper der Sith, sie durchdrang sie und verstärkte sich. Immer mehr kleine Blitze entluden sich zwischen ihren Fingern. Von ihren Füßen bis zu den Armen, dem Kopf, zischten Stromschläge in gleißenden weiß und blau, der ganze Raum war von Elektrizität erfüllt. Die Monitore explodierten, die Leuchtstoffröhren platzen und fingen Feuer. Darth Daithara wurde von dieser Kraft erfasst und angehoben, sie winkelte ihr linkes Bein leicht an und breitete die Arme aus. Dann entlud sich die gesamte Energie in nur einem Augenblick. Eine Explosion aus Licht und Elektrizität, heller als eine Sonne. Die Zeit stand für einen Moment still, um dann den Raum in eine tief-schwarze Dunkelheit zu hüllen.

Es dauerte eine Weile, bis die Notbeleuchtung ansprang und den Raum in ein fahles Licht tauchte. In einigen Ecken hielt sich jedoch die Schwärze, die wie ein Tier auf seine Beute lauerte. Daithara kniete auf dem Boden, so als ob sie vor ihrem Lord knien würde, doch Darth Krayne war nicht hier. Ob er ihren Ausbruch bemerkt hatte, wusste sie nicht, aber dies war in dem Moment nicht wichtig. Sie hatte für eine kurze Zeit die Nähe ihres Meisters gespürt, er hatte sie zu sich geholt. Schutzlos und kompromisslos, nur für einen Bruchteil, aber dieser Moment reichte aus, um ihre Macht zu steigern, um sie auf eine neue Stufe zu heben. Ein Lächeln umspielte ihren Mundwinkel.


Epilog

Dromund Kaas, Kaas City - Hauptstadt des Imperiums, Darth Daitharas privates Anwesen

Lord XARX war auf Gesuch seiner Meisterin nach Dromund Kaas gekommen. Blitze zuckten über den Himmel von Kaas City und das Heulen der Kreaturen schallte aus dem nahen Dschungel. Als der Sith das Anwesen seiner Meisterin betrat, fand er sie auf der Dachterasse vor einem blau flimmernenden Hologramm stehend, das durch einen Astromech Droiden erzeugt wurde. Das Hologramm zeigte den verbrannten Körper eines Zabraks, der mit geschlossenen Augen auf einer Bahre lag.

XARX kniete sich vor seiner Meisterin hin, seine Hände stützte er dabei auf sein angewinkeltes Knie und senkte sein Haupt. Er hatte die Kapuze seines Umhangs, der den schweren Kampfpanzer umhülltet, zurückgeschlagen. Seine beiden Lichtschwerter, wovon er jeweils eines an jeder Seite trug, formten sich unter dem Stoff des Umhangs ab. Mit seiner tiefen Stimme begrüßte er seine Meisterin: “Ihr habt mich rufen lassen, meine Gebieterin.”

Darth Daitharas enganliegende Robe war perfekt für die Sith geschneidert worden. Sie verdeckte und betonte ihren Körper zu gleichen Teilen, die blutroten Sith-Ornamente hoben sich vom schwarzen Stoff ab und vollendeten ihre Erscheinung. Ihre blonden Haare waren heute nicht zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, Daithara trug sie offen. Die Locken umschlangen ihren Nacken und die Schultern, ähnlich einer Katze, die sich an ihre Herrin schmiegte. XARX bemerkte die Veränderung, auch wenn er sie nicht zu deuten wusste.

“Lord XARX. Erkennst Du das Bild?” Ihre Hand durchdrang das Holo Bild, wanderte über die verbrannte Haut und die offenen Wunden, die sich durch eine Explosion in das Fleisch gebrannt hatten.

“Ja meine Meisterin. Das war ich, bevor...” XARX zögerte.

Daithara gab dem Droiden ein Zeichen, dass Hologram verschwand und mit einem bestätigen Zwitschern fuhr der Droide davon. Sie schritt an ihrem Schüler vorbei und berührte leicht seine Schulter, ein Zeichen, dass er sich erheben durfte.

“Meisterin, das war ich, bevor ihr mich fandet und zu dem machte, was ich heute bin.” XARX blickte ihr nach. Sie wandte ihm den Rücken zu und blieb an einer der äußeren Brüstungen der Dachterasse stehen. Ihr Kopf richtete sich nach oben und sie sah den Blitzen zu, die aussahen, als ob sie im Himmel einen Krieg führten.

“Als ich Dich fand, warst Du kurz davor zu sterben. Ich wartete diesen Moment bewusst ab, sehnte ihn herbei und genoss den Moment.” Sie sprach die Worte beiläufig aus, so als würde sie sich mit ihm über das Wetter oder eine andere Nebensächlichkeit unterhalten. “Es war notwendig, dass Du sterben musstest. Nur in diesem Moment warst Du wirklich bereit für mich gewesen.”

XARX zeigte keine sichtbare Reaktion. Er stand mit aufrechten Schultern und vor dem Körper verschränkten Armen da und lauschte ihren Worten.

“Nur in diesem einen besonderen Moment, konnte ich Dich neu erschaffen, weil Du Dich dagegen nicht verwehren konntest. Ich konnte Dein gesamtes Potential nehmen, es neu formen und an Dich zurückgeben. Du warst ohne Angst, ohne Zweifel, Du warst in diesem Moment völlig frei. Wir waren verbunden durch die dunkle Seite der Macht, auf eine Art und Weise, wie es nur die Sith können.”

“Ja Meisterin.” XARX hob den Kopf leicht an, Daithara spürte seine Fragen, ohne dass er sie aussprechen musste. Sie lächelte “Ja, mein Schüler.”

“Ihr sagtet, ihr nahmt mein Potential und formtet es neu. Ich...Ich spüre da aber noch etwas anderes.” Sie drehte sich um und flüsterte ihm zu: “Ja, mein Schüler, auch ein Teil von mir ist auf Dich übertragen worden. Der Teil, der Deine wahre Macht erst entfesseln konnte.” Sie lächelte.

Er hinterfragte die Antwort nicht, sie war ihm Gesetz. Ihr Wort, ihr Wille, es gab für ihn keinen Zweifel.

Ihre Augen begutachteten ihn, ihre Schöpfung. Er wollte noch mehr wissen, sie spürte sein Verlangen. “Stell Deine Frage, ich gestatte es Dir.” Es war ein Flüstern, so als ob ein Künstler sein Werk begutachtete und zu dem Schluß kam, dass es vollendet war.

“Meisterin, wenn ihr sterben solltet, sterbe ich dann auch?” Es war keine Angst vor dem Tod, die XARX zu dieser Frage drängte. Es war eher die Angst, sich nicht dafür rächen zu können.

Daitharas Augen funkelten auf, sie sah ihn an, ihre Hand strich über seinen Kopf, berührte vorsichtig die spitzen Hörner. Sie lies sich Zeit für eine Antwort, kostete den Moment aus, bevor sie antwortete “Nein, ich gab Dir einen Teil meiner Selbst. Solange Du lebst, werde ich...niemals sterben können!”


Danksagung

Danke an Lashida für den letzten Feinschliff.
Meinen besonderen Dank gilt Smarten, für das immer wieder lesen meiner Hirngespinste
und das kontinuierliche Feedback, dass damit verbunden war!
EXODUS
"There is a purpose for everything in the galaxy ...
... and a way to destroy it."


Similar threads

Rate this thread