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Dawnwulf

Leader

  • »Dawnwulf« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 3 772

Charname: DARTH KRAYNE

Beruf: SITH LORD

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1

Dienstag, 27. September 2011, 21:15

[SPX] Requiem

Für Nick - Der dies hier möglich gemacht hat!

REQUIEM

Die Gründung der SPHINX



1

ca. 10 Jahre vor dem Angriff auf Coruscant

Der Regen prasselte unablässig und in einem nicht endenwollenden Stacato gegen die Fensterscheiben der kleinen Kneipe; irgendwo in einer abgelegenen Minenarbeiterstadt, auf einem dreckigen Mond, tief im Outer Rim Territorium.

In dieser Art von Lokalen verirrten sich in der Regel nur die Art von Arbeitern, die tagsüber oder in der Nachtschicht in den Minen des Mondes bis aufs Blut ackerten und das, was man Ihnen als Lohn auszahlte, in Alkohol oder eine lauwarme Mahlzeit investierten. An manchen Tagen reichten die Credits sogar mal, sich für eine halbe Stunde mit einer Frau zu vergnügen, aber meistens war der Schnaps der beste und treuste Freund der Kumpel. Es gab sogar mal Gerüchte, dass es die eine oder andere Frau versucht hat, den Job in den Minen zu machen, aber selbst die, die den körperlichen Strapazen gewachsen waren, waren früher oder später dem Suff und der Trostlosigkeit dieses Ortes erlegen.

Ein paar Gestalten drängelten sich vor dem Tresen der abgewrackten Spelunke und versuchten ihre Bestellungen bei einer gelangweilten Bedienung abzugeben, als sich die Schotten des Eingangsbereichs öffneten und eine, in eine schwarze Kutte gehüllte Gestalt, das Lokal betrat.

Es war eine ungewöhnliche Zeit, dass noch jemand die Kneipe betrat. Bereits vor zwei Stunden wurde die Spätschicht in den Minen durch ihre Kumpel aus der Nachtschicht abgelöst und die Männer, die nicht sofort auf die Betten in ihren Baracken gefallen sind, hatten bereits den Weg in das Lokal gefunden.

Die Gestalt ging ein paar Schritte in den Raum und sah sich um. Der massige, muskulöse Körper des Fremden versperrte einigen Gästen den Weg. Doch statt wie sonst üblich den Unbekannten anzupöbeln, ging man diesem hier lieber aus dem Weg. Selbst in einem Zustand des Selbstzerfalls, gepaart mit der kurzweiligen Euphorie, die durch den Alkoholkonsum ausgelöst wurde, wollte niemand dieser Gestalt zunahe kommen.

Darth Krayne sah sich in dem Lokal um, bis er fand, was er schon seit Monaten gesucht hatte.

In einer der hinteren Ecken saß eine Gestalt. Es war unschwer zu erkennen, dass es sich bei dem Mann um einen Rattataki handelte. Die helle Haut und die Tattoos verrieten ihn, auch wenn er nicht aussah, dass er sich verstecken wollte. Darth Krayne wusste aber, dass dieser Mann auf der Flucht war und genau aus diesem Grund suchte er ihn.


2


Die Kneipe war wirklich in einem schlechten Zustand. Durch den unaufhörlichen Regen gaben einige Fensterdichtungen nach und Wasser strömte an den Scheiben herunter. Dies war auch in der hinteren Ecke so, in der sich der Rattataki niedergelassen hatte. Der Boden war verdreckt durch Zigarettenkippen und anderem Abfall. An manchen Tagen kamen sogar noch andere Arten von Körperflüssigkeiten besonders schwerfälliger Gäste hinzu. Dem Sith machte dies nichts aus. Er schritt durch das Lokal und hielt auf sein Ziel zu.

Nick Denton starrte in das leere Schnapsglas, dass in seinen großen Händen noch um einiges kleiner wirkte. Er hatte den Sith Lord bereits bemerkt, als dieser den Laden betreten hatte, aber Denton versuchte sich das nicht anmerken zu lassen. Stattdessen rollte er sein Glas, dass er zwischen seinen Fingern auf- und abgleiten lies und starrte ins Leere.

Darth Krayne ging auf den Tisch des Rattataki zu und setzte sich auf einen Stuhl der vor dem Tisch stand. Denton sah ihn weiterhin nicht an.

Krayne verschränkte seine Arme vor der Brust; er sah Denton an und langsam bewegte dieser seinen Kopf. Die Augen der beiden trafen sich.

“Ich geniese gerade meine Ruhe!” knurrte Denton, doch sein Gegenüber schien dies nicht zu interessieren.

“Ich habe lange nach Ihnen gesucht Mister Denton!” Die Stimme des Sith Lords war kalt. Selbst Nick, der schon einiges im Leben mitbekommen hatte und nicht leicht zu beeindrucken war, stellte dies fest.

“Tja und nun haben Sie mich gefunden, oder?” Nick dachte nach, jedenfalls versuchte er es. Durch die beschissene Zeit die er bereits auf diesem Planeten verbracht hat, hatten sich seine Prioritäten etwas geändert. Statt sich eine neue Energiezelle für seinen Blaster zu besorgen, hatte er sein letztes Geld in eine Flasche Schnaps investiert, um auf den letzten Job anzustoßen den er erfolgreich abgeschlossen hatte. Sowas war nie gut, aber wenn jeder Tag und jede Nacht gleich war, fing sogar jemand wie Nick Denton an, einige Regeln außer Acht zu lassen.

Jetzt jedoch war ein Sith hier und Nick versuchte irgendwie auszumachen, was der Kerl wollte. Er nahm nicht an, dass es sich um ein Exekutionskommando des Sith Imperiums handelte, die Rattataki Anhänger dieses verkackten Sith Lords suchten, der seine alte Heimat fast in den Untergang gezogen hatte! Oder doch?

“Ich bin hier Mister Denton, weil ich Ihnen einen Vorschlag unterbreiten will!”

OK! So wie es aussah, wollte er ihn nicht töten, doch Nick entspannte sich nicht. Es war nicht ungewöhnlich, dass ein Typ wie Nick Denton Jobs angeboten bekam. Bei seinem Auftreten und seiner Statue war schnell klar, aus welcher Richtung der Wind wehte. In der Regel hatte Nick auf diesem Mond oft Jobs bekommen, wo er von jemanden, der einem anderen Geld schuldete, dieses Geld wieder zurückholte - oder etwas von vergleichbarem Wert. In manchen Fällen konnten das sogar die Genitalien der Person sein, aber in der Regel waren Credits doch beliebter.

In anderen Fällen sollte Nick jemanden vor den Leuten beschützen, die ihnen das geliehene Geld oder Körperteile wieder abnehmen wollten. Erst vor ein paar Tagen hatte er so einen Job durchgeführt. Nunja, der Typ hatte leider nur soviel Geld, dass Nick nur den Vormittag für ihn arbeiten konnte. Am Nachmittag war der Typ tot, aber das war egal. Nick hatte sein Geld, um ein paar Tage länger hier verweilen zu können. Jedenfalls bis heute Abend.

“Tja, vielleicht unterbreche ich ja meine kostbare Freizeitgestaltung und höre mir an, was sie für einen Vorschlag haben?!” sagte Nick nach einer Weile.

Krayne griff langsam mit einer Hand unter seine Kutte. Nick unterdrückte den Impuls aufzuspringen, aber es war einfach zu unwahrscheinlich, dass der Kerl nun doch eine Waffe zücken würde.

Nick behielt Recht, der Sith Lord zog ein Datenpad hervor und schob es zu ihm herüber.

Denton nahm das Pad entgegen, ohne sein Gegenüber aus den Augen zu lassen. Er lies sich Zeit, bevor er seinen Blick auf das Pad richtete.

“Was soll das sein, wollen sie mich verarschen?” Denton kniff die Augen zusammen, nur um sie gleich wieder aufzureissen, so als wollte er verhindern, dass eine optische Täuschung ihm etwas vorgaukelte.

“Nein Mister Denton, ich will, dass Sie für mich arbeiten!” Darth Krayne blieb ruhig und beobachtete ihn.

“Also das hier ist kein Jobangebot, das ist eine Firmengründung!” Nick sah den Sith an. “Sie wollen, dass ich eine Firma übernehme?” Nick sah wieder auf den kleinen Bildschirm vor sich und grinste dann. “Eine Firma, die eine Lizenz zur Kopfgeldjagd hat!”

“Der Name der Firma ist SPHINX und ja, Mister Denton, dafür will ich sie engagieren!” Darth Krayne lies seinen Worten die nötige Wirkung erzielen und fuhr dann fort. “Ich will, dass Sie sich andere ihres Schlages suchen und mit diesen Leuten dieses Unternehmen führen!”

“Und ich bin der Chef?” Denton war skeptisch.

“Ja, sie führen diese Truppe an! Suchen Sie sich die Besten, die sie finden können und dann werde ich dafür sorgen, dass Sie Aufträge erhalten!”

“Und wie werden wir bezahlt?”

“Ich habe eine nicht kleine Summe auf das Firmenkonto überweisen lassen. Es wird ausreichen, um Ausrüstung, Waffen und andere Dinge kaufen zu können! Danach werden Sie reguläre Jobs bekommen, entweder von mir oder auch von außenstehenden Auftraggebern. Wenn Sie ihren Job gut machen und das erwarte ich von Ihnen, wird sich das Unternehmen selber finanzieren, mit einem entsprechenden Bonus für Sie!”

“Und was haben Sie von diesem Deal?” Nun kniff Denton die Augen leicht zusammen, weil er wusste, dass er nun zum Kern des Geschäfts kommen würde.

“Ich, Mister Denton, komme durch Sie an die beste unabhängige Kampftruppe außerhalb des Sith Imperiums! Eine Truppe unter ihrer Führung, aber unter meinem Kommando!”

Nick schnalzte mit der Zunge “Am Anfang dachte ich echt, sie wollen mich verarschen! Aber wenn diese Informationen stimmen, ist dieses Unternehmen sogar in gewisserweise legal!”

“Für das Imperium ist es eine legale Unternehmung! Ja!”

“Und die Gelder die da rein oder raus gehen, kann eh kaum einer verfolgen, weil es Blutgelder sind!”

Lord Krayne nickte.

“So und nun erzählen sie mir, warum sie mich für den Richtigen halten?” Nick grinste den Sith Lord leicht herausfordernd an.

“Ich kenne ihre Akte. Ich habe gelesen, warum sie flüchten mussten! Der Geheimdienst des Imperiums hat sehr detaillierte Informationen!”

“Ach und das reicht ihnen aus?” Nick wollte gerade eine neue Flasche bestellen und der Kellnerin zuwinken, als er von Krayne unterbrochen wurde.

“Nein Mister Denton, das reicht mir in der Tat nicht aus! Nachdem ich ihren Aufenthaltsort festgestellt habe, habe ich diese Information an einen der neuen Stammesführer der Rattataki weiterleiten lassen! Er hat sofort ein Kommando entsandt!”

“DU BASTARD HAST WAS???” Nick´s Hände knallten auf die Tischplatte und Lord Krayne stand langsam auf.

“Das Schiff ist vor circa einer halben Stunde gelandet!”

“Ich....” Nick kam nicht dazu, den Satz zu beenden. Der Sith nahm das Datenpad wieder an sich und plötzlich passierte etwas, was Nick noch nie zuvor gesehen hatte. Der mächtige und muskulöse Körper des Sith fing an, vor seinen Augen zu verschwinden.

Es war nicht so, dass er unsichtbar wurde! Nein, er verschwand aus Nicks Wahrnehmungsbereich. Denton hatte schon viel über Jedi und Sith gehört, er hatte auch schon davon gehört, dass diese Wesen in der Lage waren ihre Anwesenheit zu verschleiern, indem sie ihre verkackte Macht einsetzten. Sie konnten damit sogar unbemerkt durch belebte Gassen gehen und andere Wesen nahmen sie einfach nicht wahr!

Unter normalen Umständen, und da war Nick sich sicher, wäre er auf so eine Scheiße nicht reingefallen, aber er hatte immer noch den Inhalt einer Flasche Mindburner intus - so hieß der selbstgebraute Schnaps hier. Und damit war auch klar, warum der Sith Lord seine Spielchen mit ihm treiben konnte.

Auf der anderen Seite war der Sith nicht sein Feind, jedenfalls nicht in der aktuellen Minute. Er hatte ihm zwar die Scheiße eingebrockt, aber genau um diesen Scheiß musste er sich jetzt sofort kümmern.

Und tatsächlich, dass Schott der Kneipe glitt zur Seite und zwei Typen mit schweren Waffen standen im Türrahmen. Eine Gestalt war noch im Halbdunkeln dahinter zu sehen und Nick wusste, es blieb ihm keine Zeit.

Der Tisch flog zu Seite und Denton schleuderte seinen massigen Körper förmlich nach vorne, um durch das Lokal, direkt zu der Tür zu sprinten. Nick griff nach hinten und zog ein wuchtiges Messer, das leider auch seine einzige funktionierende Waffe im Moment war und sprintete zum Ausgang.



3


Rirak Nok war gerade mal zwanzig Jahre alt, aber er war Experte. Er hatte sein Studium nicht abgeschlossen, so wie es seine Eltern von ihm erwartet hätten, sondern hatte vielmehr alles was er besaß in seine Ausbildung für Waffentechnik und Kampfkunst gesteckt. Dank des Geldes aus seinem Elternhaus hatte er schnell eine entsprechende Kampfausrüstung zusammen, inklusive einigen der besten Handfeuerwaffen, und damit lief das Geschäft wirklich gut. Trotz seines Alters war er schon bei diversen Einsätzen dabei gewesen, doch heute war der Job mehr als leicht.

Er und seine kleine Truppe sollten einen abgehalfterten Söldner, der sich gerade in einer Bar zulaufen lies, umlegen und die Leiche dann zum Schiff schaffen, mit dem sie gerade im Raumhafen gelandet waren. Das nannte Rirak leicht verdientes Geld.

Als das Schott zur Seite glitt musste Rirak erstmal seine Augen von der Dunkelheit der Straße an das Schummerlicht der Kneipe gewöhnen. Seine Waffe hatte er schussbereit etwas nach unten gerichtet und sah sich um. Die Personenbeschreibung war recht simpel und Rirak entdeckte das Ziel sehr schnell.

Er sah, wie ein Tisch umgeworfen wurde und plötzlich dieser massige Typ direkt auf ihn und seine beiden Kameraden zu rannte! Er lief auf sie zu? Rirak war überrascht; vor allem weil der Kerl plötzlich schon auf zehn Meter an die kleine Truppe herangekommen war.

Rirak wollte seine Waffe hochreißen, um auf den Kerl zu ballern. Dieser aber schnappte sich mitten im Sturmlauf einen der schmächtigen und ausgemergelten Minenarbeiter und schmiss den armen Kerl förmlich durch das Lokal in Riraks Richtung.

Der Arbeiter krachte gegen Riraks Kumpanen und plötzlich waren es nur noch fünf Meter zwischen ihm und diesem Kerl. Sein Kamerad neben ihm verlor den Halt und zerrte just in dem Moment an Rirak, als der gerade auf Nick Denton feuern wollte. Die Feuersalve verfehlte nur knapp ihr Ziel.

Zwei Meter und Rirak wusste, dass es einfach nur bescheuert war im Türrahmen stehen geblieben zu sein. Er und seine Kameraden behinderten sich gegenseitig durch die Enge.

Nicht mal einen halben Meter und Dentons Messer trat hinter dem Ohr von Rirak in dessen Schädel ein und durchbohrte sein Hirn. Instinktives Drehen der Klinge beendete die kurze Karriere des jungen Söldners. Denton benutze seinen toten Körper, um ihn als Rammbock gegen die beiden verbliebendenden Gegner zu drücken, die im hohen Bogen wieder zurück auf die Straße fielen. Als die Beiden versuchten, sich wieder aufzurichten, hörten sie nur, wie Denton die Waffe, die er Rirak abgenommen hatte, durchzog und einige Lasersalven in ihre Körper pumpte.

Nick stand im strömenden Regen und ein lauter Donner war in der Ferne zu vernehmen. Denton sah auf seine Brust und erkannte den kleinen roten Laserstrahl der auf ihn gerichtet war.

“Verdammte Scheiße!” grunzte er und wusste, dass diese drei Amateure nur geschickt wurden, um ihn abzulenken. Aber wenigstens würde es der Scharfschütze schnell erledigen.

Denton spürte einen leichten Luftzug und sah dann das Aufblitzen einer roten Klinge, gefolgt mit dem bekannten Summgeräusch eines Laserschwertes.

Darth Krayne schickte den Schuß des Scharfschützen direkt wieder zu ihm zurück. Der Laserstrahl durchdrang das Zielfernrohr und schoss direkt durch das rechte Auge in den Schädel des Schützen.

Denton und der Sith konnten Stimmen hören, als der Heckenschütze tot umfiel und die Söldnertruppe plötzlich feststellen musste, dass ihr Plan doch nicht aufgegangen war. Einige Schatten lösten sich aus der Dunkelheit und verschwanden hinter Häuserwänden oder kletterten auf die Dächer der umliegenden Behausungen. Am Ende der Straße waren zusätzlich ein paar bewaffnete Einsatzkräfte zu sehen. Die Nachhut wollte jetzt wohl da ansetzen, wo die erste Gruppe gescheitert war.

“Ich scheine ja wohl doch von Interesse für Euch zu sein, mein Lord!” grinste Nick den Sith an und dieser lächelte plötzlich zurück. Die Regentropfen, die auf die Klinge seines Laserschwertes trafen, zischten kurz auf und ein leichter Nebel von Wasserdampf bildete sich an der Waffe des Sith. Nick spürte förmlich an der Körperhaltung seines Gegenübers, dass dieser in Kampflaune gekommen war.

“Das Schiff der Truppe steht am Ende der Straße auf dem Landefeld! Sie nehmen die rechte Seite der Straße und ich die Linke!” Darth Krayne´s Stimme hatte immer noch den kalten Unterton, aber Nick konnte es nun auch hören. Der Sith hatte den Konflikt provoziert und nun wollte er ihn auch auskosten.

“Wir treffen uns im Schiff!” Nick schnappte sich noch ein paar Waffen von den Toten und suchte dann auf der andere Straßenseite Deckung.

“Ach, eins noch!” rief er dem Sith Lord im Laufen zu. “Ich will den Anführer dieser Bande lebend!”

Darth Krayne nickte und verschwand auf der anderen Seite zwischen den Behausungen.




4


Die Behausungen, oder besser Baracken, waren einfach zusammen gezimmerte und mit Blechplatten verkleidete Unterkünfte. Die Dächer waren jedoch recht stabil, schon alleine wegen dem Gewicht des Regens, der sich oft auf einigen der Dächer sammelte und sie sonst zum Einsturz bringen würde. Zwischen den Baracken führten kleine Gassen zur Straße hin oder zu einer einzelnen Latrine.

Nick Denton war in seinem Element. Anders konnte man die Szene, die sich zwischen den Häusern und auf den Dächern abspielte, nicht beschreiben. Er ging präzise und gnadenlos vor. Sein Instinkt und sein Kalkühl trieben ihn unablässig weiter. Nick feuerte nur, wenn er auch sicher war, dass er sein Ziel nicht verfehlen würde und überwältigte seine Gegner im Nahkampf, wenn sie ihm zu Nahe kamen.

Doch etwas stimme nicht. Aus irgendeinem Grund waren seine Gegner zerstreut und arbeiteten nicht in einer Gruppe. Denton verstand am Anfang nicht, aus welchem Grund eine Söldnereinheit einfach die Formation löste und wie Anfänger nach vorne stürmten. Die Typen gaben sich noch nicht einmal ansatzweise Rückendeckung und dennoch waren es keine Amateure, da war Denton sich sicher.

Immer wenn Nick einen seiner Gegner erledigt hatte, nahm er dessen Waffe an sich, um sie selber zu benutzen. Dadurch konnten seine Gegner aufgrund der Schussgeräusche nicht ausmachen, schoss da einer der eigenen Leute oder nicht und sie würden sich fragen müssen, wo er sich gerade befand.

Auf der anderen Seite der Straße war die Situation anders! Durch das rote Licht konnte man sehen, wessen Waffe gerade am Werk war und wo Darth Krayne sich gerade befand.

Sith! Nun war es Denton klar! Dieser Bastard verwirrte ihre Gedanken. Das muss der Grund sein, warum ihre Gegner wie aufgeschreckte Hühner durch die Gegend liefen. Er fragte sich nur, ob es der Sith Lord selber war oder ob da noch jemand anders die Hände im Spiel hatte, den Nick bisher noch nicht gesehen hatte.

Dentons Adrenalinspiegel pumpte sich weiter auf, endlich! Ja endlich war er wieder da, wo er hingehörte, im Kampf! Und er lief zu einem Höhenflug auf. Der letzte Gegner krachte durch die Barackenwand und Nick feuerte noch drei Feuerstöße in den sterbenden Torso.

Nick sah zur Seite, er hatte das Ende der Straße erreicht und endlich erblickte er das Landefeld des Raumhafens.

Wie der Sith gesagt hatte, stand dort das Söldnerschiff. Die Landelichter leuchteten die Umgebung des Schiffes aus und Nick konnte erkennen, dass das Schiff zusätzliche Modifikationen erhalten haben musste. Die Panzerung des Schiffes wurde verstärkt, und verdeckte teilweise Dinge, die eigentlich an einem Schiff dieses Typs nicht vorhanden waren.

Und Denton bemerkte noch etwas anderes! Eine schwarze Gestalt mit roten Lichtschwert ging die Einstiegluke des Schiffes herauf!

“Wenn DU die BASTARDE vor mir umlegst, dann lege ICH DICH um!” knurrte Denton und sprintete los.



5


“Sie töten sie nicht?” Lord Krayne´s Stimme hatte wieder dieselbe unbehagliche Kälte, die sie zu dem Zeitpunkt hatte, als er zum ersten mal mit Denton sprach.

“Noch nicht!” schnaubte Nick, als er die Fesseln beim letzten der zwei Söldnerkommandeure festzog und die beiden Männer unsanft in jeweils eine der gesicherten Gefängniszellen warf. “Die werde ich mir einzeln und ganz langsam vornehmen!” lächelte er, auch wenn man ihm anmerkte, dass die Bemerkung nicht lustig gemeint war. Vor allem nicht für die Typen, die ihn töten wollten.

Lord Krayne nickte zustimmend.

Denton war dem Sith Lord irgendwie dankbar, dass der sein Wort gehalten hatte und die zwei Kommandeure der Söldnertruppe überwältigt, aber nicht getötet hatte. Auf der anderen Seite, waren diese Wixer wegen dem Sith überhaupt hier und dieser Umstand pisste Nick an. Die Sache musste geklärt werden und das ging nur auf eine Art und Weise:

“So, nun sollten wir wieder zum Geschäft kommen. Oder soll ich mich lieber damit bedanken, dass ich Ihnen ein Plasmaprojektil zwischen die Augen ballere?!” Denton wirbelte plötzlich herum und richtete eine Pistole auf den Sith.

Der Sith Lord sah ihn an und wartete. Kurz bevor Nick der Geduldsfaden riss, griff der Darth Krayne wieder unter seine Robe und holte das Datenpad hervor, dass er Nick bereits in der Kneipe gezeigt hatte.

Krayne tippte ein paar Daten ein und das Pad gab einen bestätigenden Signalton von sich. Dann warf Darth Krayne Denton das Pad zu, der es mit der freien Hand auffing.

“Sie sind nun der Geschäftsführer der Kopfgeldjäger-Organisation SPHINX. Sie besitzen Startkapital und Sie sind im Besitz eines Schiffes, das die Anforderungen an ihr Gewerbe mehr als erfüllt und das weder in der Republik noch im Sith Imperium vermisst wird.”

Krayne wandte sich zum gehen um. “Und richten Sie nie wieder eine Waffe auf mich, Mister Denton! Sonst lasse ich sie all die Schmerzen, die Sie heute verursacht haben, selber spüren..........”

Nick wollte gerade eine lapidare Antwort geben, als er feststellte, dass seine Waffe defekt war. Der Mechanismus des Abzughebel an der Pistole war verbogen und die Waffe damit unbrauchbar. Nick musste schlucken, da er sich sicher war, dass nur der Sith Lord die Waffe manipuliert haben könnte, bevor Denton sie auf ihn gerichtet hatte.

Nur eine Sekunde lang hatte Denton die Macht des Sith unterschätzt. “Fuck!” zischte es aus seinem Mund und er warf die nutzlose Waffe weg. Stattdessen betrachtete er das Datenpad und der Anblick entschädigte ihn für all die Strapazen des gesamten Abends.

“SPHINX, nicht schlecht. Und nun nichts wie weg von diesem Drecksmond!”

Denton kontrollierte die Kamerabilder für den Aussenbereich des Schiffes, aber Darth Krayne war verschwunden. Er wartete nicht lange und aktivierte die Startsequenz. Der Flug sollte ihn nach Nar Shaddaa bringen. Nick wählte eine Route, die ihm viel mehr Zeit für seine beiden Gäste lies. Bis zur Ankunft wollte er alles wissen, was sie wussten und sie würden ihm am Schluss noch dankbar dafür sein, wenn er sie endlich aus der Luftschleuse werfen würde.


6


Daithara erwartete ihren Meister kniend an seinem Schiff außerhalb der Minensiedlung.

Darth Krayne blieb stehen und Daithara erhob sich. “Wie ich sehe wart ihr erfolgreich, mein Meister!” Daithara hatte ein leichtes Lächeln aufgelegt.

Wie der Einschlag eines Meteors erwischte Darth Krayne´s Außenhand ihr Gesicht und Daithara flog mehrere Meter zurück, um blutend auf dem kalten Stein liegen zu bleiben. Lord Krayne schritt an ihr vorbei und ging an Bord seines Schiffes.

Das makellos-schöne Gesicht von Daithara durchzog von der Wange bis zum Kinn eine blutende, klaffende Wunde. Ihr sorgsam gekämmtes blondes Haar war wild durcheinander gewirbelt und verklebt durch Blut und Regenwasser. Langsam richtete sich die Sith auf und zog sich wankend mit einer Hand am Schiff auf die Beine. Sie schaffte es, sich zur Schleuse des Schiffes zu schleppen. Als sie an Bord war, schlossen sich die Schotten mit einem tiefen Zischen hinter ihr.

Daithara blutete und war noch immer benommen von dem Schlag, den sie durch ihren Meister erfahren hatte. Aber sie wusste, dass sie erfolgreich gewesen war und sie würde es wieder tun. Alles was notwendig war, um Darth Krayne´s Leben zu schützen, würde sie tun. Und ihr Erfolg würde jede Wunde nur als lächerlichen Preis erscheinen lassen.

“Es gibt keinen Frieden, es gibt nur Leidenschaft.....” flüsterte sie und die Schmerzen die sie empfand salbten ihren Körper im Fluss der dunklen Seite der Macht.


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Danke

Danke an Nick - Dafür dass ich seinen Char uneingeschränkt verwenden darf
und somit solche Geschichten erst möglich werden.
Danke an Smarten - Ohne Deine Feedback zu einigen Teilen und den wirklich guten Alternativen,
wäre das hier in dieser Form nicht fertig geworden.
Und vielen Dank an Julia - Dafür dass Du Dir immer wieder Zeit nimmst, meine wirren Vorstellungen
in eine vernünftige Form zu setzen und Du immer ein offenes Ohr für meine Ideen hast! Egal wie spät es gerade ist!

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